PRESSEMITTEILUNG: Solidarität mit „Take Back the Future“
Solidarität mit „Take Back the Future“: StuRa Rostock stellt sich gegen rechte Einschüchterungsversuche an Hochschulen
Rostock, 13. Juni 2026 – Der Studierendenrat (StuRa) der Universität Rostock hat in seiner Sitzung am 10. Juni 2026 mit deutlicher Mehrheit (11/0/3) beschlossen, sich solidarisch mit dem studentischen Kongress „Take Back the Future“ in Berlin zu erklären. Damit reagiert die Studierendenschaft auf die jüngsten Versuche der AfD und ihr nahe stehender Akteure, kritische politische Bildung und wissenschaftliche Auseinandersetzung an Universitäten zu unterbinden.
Hintergrund der Entscheidung
Am kommenden Wochenende sollte an der Technischen Universität (TU) Berlin der antifaschistische und antikapitalistische Jugendkongress „Take Back the Future“, organisiert unter anderem vom Studierendenverband SDS, mit rund 1.500 Teilnehmenden stattfinden. Im Vorfeld übte die AfD massiven Druck auf das Präsidium der TU Berlin aus. Ein AfD-naher Rechtsanwalt drohte unter Berufung auf das „Gebot politischer Neutralität“ mit rechtlichen Schritten, um den Kongress oder einzelne Veranstaltungen zu verhindern. In der Folge forderte die TU-Leitung die Streichung von 14 Veranstaltungen, darunter ein wissenschaftlicher Vortrag des Soziologen Andreas Kemper über Björn Höcke. Universitäten als Orte des kritischen Diskurses Der StuRa Rostock verurteilt diesen Eingriff in die studentische Selbstorganisation und die Wissenschaftsfreiheit aufs Schärfste.
Hochschulen dürfen nicht zum Spielball rechter Interventionen werden. Das Deutsche Institut für Menschenrechte stellte hierzu klar, dass das Neutralitätsgebot kein Hindernis darstellt, verfassungsfeindliche Positionen als solche zu thematisieren. Lehrende haben sogar die
Pflicht, diese entsprechend einzuordnen. „Universitäten sind keine politisch neutralen Räume im Sinne einer inhaltlichen Gleichsetzung
aller Positionen“, betont der StuRa in Anlehnung an gewerkschaftliche Positionen. „Gerade als öffentliche Orte, die freien Zugang zu Wissen garantieren, müssen Hochschulen Raum für die aktive Auseinandersetzung mit Kräften bieten, die die Werte des Grundgesetzes angreifen.“
Forderungen und Ausblick
Mit dem Beschluss schließt sich der StuRa Rostock den Forderungen von Wissenschaftler*innen und Gewerkschaften an:
Vollständige Zulassung: Die TU Berlin wird aufgefordert, alle ursprünglich geplantenVeranstaltungen des Kongresses ohne Einschränkungen zuzulassen.
Schutz der Wissenschaftsfreiheit: Hochschulleitungen müssen Einschüchterungsversuchen standhalten und die Universität als Ort des kritischen Denkens verteidigen.
Der AStA der Universität Rostock wird die Entwicklungen in Berlin weiterhin aufmerksam verfolgen und im Sinne des StuRa-Beschlusses über seine Kanäle auf die Bedeutung antifaschistischen Engagements aufmerksam machen.
Quellenangaben: ver.di Pressemitteilung Berlin-Brandenburg, 11.06.2026 / taz-Artikel „Antifaschistischer Kongress in Berlin“,
10.06.2026 / StuRa-Beschlussvorlage und Mitteilung „Soli mit Take Back the Future“, 10.06.2026