Aufruf zur Bildungsdemo am 11.01. um 13:30 Uhr auf dem Universitätsplatz

Forderungen Demo 11.01.23 um 13:30 Uhr auf dem Universitätsplatz:


Wir warten nicht mehr ab! Gemeinsam stehen wir für unsere Hochschulen ein und erinnern
die Landesregierung daran, wie wichtig die Wissenschaftsstandorte in M-V sind. Wir befinden
uns in einer großen Krise, sodass uns nichts Anderes mehr übrigbleibt: alle Mitglieder der
Universität Rostock müssen zusammen auf die Straße gehen.
Die Landesregierung nimmt es aktuell in Kauf, dass die Wissenschaftsstandorte in M-V
heruntergewirtschaftet werden. Deswegen der eindringliche Appel nach Schwerin: Die Zeit
zum Abwarten ist vorbei – wir fordern jetzt politische Kompetenz und sofortiges Handeln ein!
Unsere Forderungen sind folgende:


1. Bei Bildung keine Einsparungen vornehmen!
Kürzungen im Haushalt und eine hohe Inflation – das ist aktuell die bittere Realität. Doch von
einer ausreichenden Kompensation fehlt jede Spur. Durch die Auflösung von Pflichtrücklagen
kann zwar ein Teil der Kürzung abgefangen werden, jedoch werden die Hochschulen immer
noch mit den gestiegenen Kosten allein gelassen. Es drohen in allen Fachbereichen der
Universität Einschnitte, die die Lehre erheblich beeinträchtigen könnten. Denn ein fehlender
Ausgleich wäre eine weitere Kürzung durch die Hintertür.
Wir fordern: Keine weiteren Kürzungen im Haushalt und einen Ausgleich der Inflation, damit
die Hochschulen ihre Aufgaben vollumfänglich aufrechterhalten können! Die Einhaltung der
Zielvereinbarungen muss oberste Priorität haben!


2. Ausfinanzierung der Studierendenwerke!
Die Studierendenwerke müssen neben einer Unterfinanzierung seitens des Landes nun auch
die steigenden Energiekosten bewältigen. Dadurch müssen sie die Mehrkosten an die
Studierenden weitergeben, damit sie geschäftsfähig bleiben. Das Resultat: Der
durchschnittliche Essenspreis ist um 71 Cent gestiegen, die Mieten im Wohnheim sind um 25
Euro gestiegen. Weitere Erhöhungen können nicht ausgeschlossen werden.
Wir fordern: Sofortige finanzielle Unterstützung der Studierendenwerke zur Absenkung der
Mensapreise auf Vorkrisenniveau und mittelfristig zur Absenkung der Mieten in den
Wohnheimen!


3. Energiekosten der Hochschulen abfedern!
Die Hochschulen müssen mit einer Verdoppelung der Energiekosten rechnen. Die Gas- und
Strompreisbremse können diese Kosten nicht ausreichend kompensieren. Die
Landesregierung verspricht, die übrigen Kosten zu übernehmen, erstellt aber keinen
verlässlichen Plan.
Wir fordern: Eine verbindliche Zusage an die Hochschulen über die zur Verfügung stehenden
Mittel zur Übernahme der restlichen Energiekosten!

4. Studierende nicht allein lassen!
Die ersten Ergebnisse einer Studie des Statistischen Bundesamtes zeigen: Armut ist bei
Studierenden ein sehr einschneidendes Thema. Die 200 Euro vom Bund sind wichtig, reichen
aber dennoch nicht aus und kommen viel zu spät. Inflation und Energiekosten werden nicht
entsprechend abgefedert und die Studierenden müssen die Rechnung zahlen.
Wir fordern: Weitere direkte Unterstützung für Studierende, insbesondere für Studierende,
die von Armut gefährdet sind und die Erhöhung des Stundensatzes bei studentischen
Hilfskräften, um dort schnelle und direkte Entlastung zu gewährleisten!


5. Funktionstüchtige Gebäude sicherstellen – Ulmicum jetzt!
Die Liste der Baumängel wird immer länger. Im letzten Sommersemester musste der August-
Bebel-Tower (August-Bebel-Straße 28) für mehrere Tage geräumt werden. Grund: Mängel
beim Brandschutz. Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät hat in ihrem
Gebäudebestand über 1000 Quadratmeter Fläche, bei der wegen des baulichen Zustandes
eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen wurde. Dieses Probleme konnte nur durch die
jahrelange Unterfinanzierung im Baukorridor entstehen und tragen nun bittere Früchte. Die
finanziellen Mittel reichen nicht aus, um die bauliche Substanz der Universität Rostock
überhaupt zu erhalten. Man wirtschaftet uns strukturell ab!
Wir fordern: Schnellstmögliche Umsetzung der bereits geplanten Bauvorhaben, wie die des
Ulmicums, und die Errichtung einer langfristigen Finanzierung für die Sanierung der
baufälligen Hochschulstandorte unter Berücksichtigung der Energieeffizienz und die
organisatorische Veränderungen zur Entbürokratisierung der Bauplanung und – durchführung
im Hochschulsektor!